Die Aufdachdämmung ist auch als Aufsparrendämmung bekannt. Sie liegt als geschlossene Dämmschicht oberhalb der tragenden Dachsparren zwischen Dachkonstruktion und Dacheindeckung. Deshalb kommt sie vor allem infrage, wenn ein Steildach ohnehin geöffnet oder neu eingedeckt wird.
Aufdachdämmung: Das Wichtigste in Kürze
- Aufdachdämmung und Aufsparrendämmung bezeichnen eine durchgehende Dämmschicht oberhalb der tragenden Sparren.
- Die Dämmart eignet sich besonders, wenn die Dachfläche ohnehin geöffnet, saniert oder neu eingedeckt wird.
- Dämmstoff, Aufbauhöhe und Anschlüsse müssen zum vorhandenen Steildach und zum angestrebten U-Wert passen.
- WaDaG stimmt Dachprüfung, Wärmedämmung, Neueindeckung, Bauklempnerei und Gerüstbau innerhalb eines Dachprojekts ab.
Was ist eine Aufdachdämmung und wann ist sie sinnvoll?
Eine Aufdachdämmung verläuft vollständig oberhalb der Dachsparren. Die Dämmplatten bilden dort eine weitgehend geschlossene Schicht, sodass die Sparren die Dämmebene seltener unterbrechen als bei einer reinen Zwischensparrendämmung.
Da der Aufbau von außen erfolgt, muss die vorhandene Dacheindeckung abgenommen werden. Die Aufdachdämmung passt deshalb besonders zu folgenden Situationen:
- Die vorhandene Dacheindeckung muss erneuert werden.
- Das ausgebaute Dachgeschoss soll während der Arbeiten weitgehend erhalten bleiben.
- Sichtbare Sparren sollen im Innenraum bestehen bleiben.
- Die Dämmung soll eine durchgehende Ebene über den Sparren bilden.
- Dachfenster, Traufe, Ortgang und Schornstein werden ohnehin bearbeitet.
- Eine bestehende Dämmung soll fachlich geprüft und ergänzt werden.
Beim Dach neu decken und dämmen lassen sich Gerüst, Rückbau und Arbeiten an der geöffneten Dachfläche gemeinsam organisieren. Rückbau, Deckmaterial und Nebenarbeiten prägen dabei den Kostenrahmen einer Neueindeckung ebenso wie die Größe und Form der Dachfläche.
Welche Dachdämmung passt zu Ihrem Dach?
Eine Aufdachdämmung passt vor allem bei geöffneter Dachfläche. Bleibt die Eindeckung erhalten, kommen eher Zwischen- oder Untersparrendämmung infrage. WaDaG prüft bei einer Vor-Ort-Begehung, welche Dämmart zu Ihrem Dach passt.
Wie ist eine Aufdachdämmung aufgebaut?
Eine Aufdachdämmung besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten. Luftdichtheit, Feuchteschutz, Dämmstoff, Unterdeckung, Lattung und Eindeckung bilden gemeinsam den funktionsfähigen Dachaufbau.
Ein typischer Aufbau verläuft vom Innenraum nach außen wie folgt:
- Innenbekleidung oder sichtbare Sparren
- tragende Sparren
- Schalung oder tragfähige Unterlage
- luftdichte Ebene und Dampfbremse
- druckfeste Aufdachdämmung
- Unterdeckbahn oder integrierte Unterdeckung
- Konterlattung
- Traglattung
- Dacheindeckung
Je nach Dach- und Dämmsystem können einzelne Ebenen zusammengefasst oder anders angeordnet sein. Bei manchen Systemen übernimmt eine Bahn sowohl die Funktion der Dampfbremse als auch die Herstellung der Luftdichtheit. Andere Dämmplatten besitzen bereits eine aufkaschierte Unterdeckung.
Welche Dämmstoffe und Dämmstärken eignen sich für eine Aufdachdämmung?
Für eine Aufdachdämmung eignen sich druckfeste Dämmplatten, die zum gewählten Dachsystem und zur Befestigung der späteren Eindeckung passen. Die Auswahl richtet sich nach Dämmleistung, verfügbarer Aufbauhöhe, sommerlichen Wärmeschutz sowie dem Brand- und Schallschutz.
| Dämmstoff | Aufbauhöhe | Sommerlicher Wärmeschutz | Brand- und Schallschutz |
| PIR/PUR | gering | geringere Wärmespeicherung | Brandverhalten des Systems prüfen |
| Mineralwolle | höher | abhängig von Rohdichte und Aufbau | häufig gute Brand- und Schallschutzeigenschaften |
| Holzfaser | hoch | hohe Wärmespeicherfähigkeit | guter Schallschutz möglich |
| EPS-Systemplatten | mittel | geringere Wärmespeicherung | Brandverhalten systembezogen prüfen |
Kein Dämmstoff eignet sich pauschal für jedes Steildach. Erst die Prüfung des Dachaufbaus zeigt, welche Platten, Befestigungen und Anschlussdetails zum Gebäude passen.
Welche Dachanschlüsse müssen bei einer Aufdachdämmung angepasst werden?
Die zusätzliche Dämmhöhe hebt die Dacheindeckung an. Dadurch verändern sich Dachkanten, Fensteranschlüsse und die Lage der Entwässerung.
Gerade diese Details bestimmen, ob Aufdachdämmung, Unterdeckung, Eindeckung und Wasserführung als gemeinsamer Aufbau funktionieren.
Traufe, Dachrinne und Dachüberstand
An der Traufe trifft die neue Dachfläche auf Dachrinne, Traufblech und Fassade. Die Unterdeckung muss Wasser sicher nach außen führen, und die Dacheindeckung muss passend über der Rinne enden.
Durch die neue Aufbauhöhe verschiebt sich dieser Übergang. Je nach Dach kann eine Anpassung der Rinnenhalter, des Traufblechs oder des Dachüberstands erforderlich sein.
Ortgang, First und Kehlen
Am Ortgang verändert die Aufdachdämmung den seitlichen Dachabschluss. Ortgangziegel, Verkleidung und Windschutz müssen zur neuen Höhe und Breite passen.
Auch First und Kehlen brauchen eine neue Detailplanung. Der First muss den vorgesehenen Aufbau und erforderliche Lüftungswege aufnehmen. In Kehlen muss Regenwasser trotz der zusätzlichen Schichten sicher ablaufen.
Dachfenster, Gauben und Schornstein
Bei Dachfenstern ändern sich Einbauhöhe, Dämmanschluss und Eindeckrahmen. Bleibt das Fenster an der bisherigen Position, können tiefe Laibungen oder ungeeignete Übergänge zur neuen Dachfläche entstehen.
Gauben und Schornsteine benötigen ebenfalls neue Anschlüsse. Bleche, Schürzen, seitliche Übergänge und Abdichtungen gehören deshalb früh in die Planung der Metall- und Anschlussarbeiten.
Die Dachfläche ist selten der schwierigste Teil
Die größten Planungsrisiken liegen häufig an Traufe, Ortgang, First, Dachfenstern, Gauben und Schornstein. Diese Bereiche brauchen eine gemeinsame Planung von Dämmung, Unterdeckung, Eindeckung und Bauklempnerei.
Was kostet eine Aufdachdämmung?
Eine Aufdachdämmung kostet meist etwa 130 bis 250 Euro pro m². Je nach Angebot umfasst dieser Preis das Abnehmen der vorhandenen Eindeckung, den neuen Dämmaufbau und die anschließende Neueindeckung.
Der genaue Preis hängt von Dachfläche, Dachform, Dämmstoff und Zustand der Unterkonstruktion ab. Dachfenster, Gauben, Schornsteinanschlüsse, Traufe und Ortgang erhöhen den Arbeitsaufwand. Auch Gerüst, Entsorgung und notwendige Holzarbeiten können als zusätzliche Positionen hinzukommen.
| Kostenposition | Typischer Leistungsumfang |
| Abdecken und Rückbau | Dachziegel, Lattung und vorhandene Bahnen entfernen |
| Dämmaufbau | Luftdichte Ebene, Dämmplatten, Befestigung und Unterdeckung |
| Neueindeckung | Lattung, Deckmaterial und Verlegung |
| Gerüst und Sicherung | Aufbau, Standzeit, Schutzmaßnahmen und Abbau |
| Dachfenster und Anschlüsse | Einbauhöhe, Dämmanschluss und Eindeckrahmen anpassen |
| Bauklempnerei | Traufe, Dachrinne, Ortgang und Anschlussbleche bearbeiten |
| Holzarbeiten | beschädigte Schalung, Lattung oder Sparren ersetzen |
Der Leistungsumfang unterscheidet sich von Angebot zu Angebot. Einige Quadratmeterpreise enthalten Gerüst, Entsorgung oder Anschlussarbeiten bereits. Andere Betriebe weisen diese Arbeiten separat aus. Deshalb reicht der Endpreis allein für einen Vergleich kaum aus.
Beispielrechnung für 120 Quadratmeter Dachfläche
Für ein einfaches Satteldach mit 120 Quadratmetern ergibt sich bei 130 bis 250 Euro pro Quadratmeter folgender Kostenrahmen:
| Dachfläche | Richtwert pro m² | Kostenrahmen |
| 120 m² | ca. 130 bis 250 Euro | ca. 15.600 bis 30.000 Euro |
Welche gesetzlichen Vorgaben und Förderungen gelten für die Aufdachdämmung?
Für eine Aufdachdämmung gelten gesetzliche Mindestanforderungen an den Wärmeschutz. Wer Fördermittel nutzen möchte, muss zusätzlich strengere technische Vorgaben erfüllen:
Welche Anforderungen stellt das Gebäudeenergiegesetz?
Das Gebäudeenergiegesetz legt fest, welchen Wärmeschutz ein erneuerter Dachaufbau erreichen muss. Maßstab ist der U-Wert. Je niedriger er ausfällt, desto weniger Wärme gelangt durch das Dach nach außen.
Werden mehr als zehn Prozent der betreffenden Bauteilgruppe erneuert oder ersetzt, gilt für Dachflächen grundsätzlich ein U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K). Bei Planung und Ausführung müssen der vollständige Dachaufbau, vorhandene Bauteilschichten und sämtliche Anschlüsse einbezogen werden.
Was passiert bei einem Verstoß gegen das Gebäudeenergiegesetz?
Wer eine nach § 48 GEG erforderliche Maßnahme vorsätzlich oder leichtfertig falsch ausführt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Bußgeldvorschriften des Gebäudeenergiegesetzes sehen dafür bis zu 50.000 Euro vor.
Um Verstöße zu vermeiden, sollten U-Wert, Schichtenaufbau und Anschlüsse vor Beginn fachlich geplant und dokumentiert werden. Ein qualifizierter Dachdecker-Meisterbetrieb kann die vorhandene Konstruktion prüfen und die Aufdachdämmung nach den geltenden Anforderungen ausführen.
Wie hoch die Förderung für eine Aufdachdämmung ist
Für eine energetische Aufdachdämmung kommt die BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle infrage. Der Grundfördersatz beträgt derzeit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Bei einem förderfähigen individuellen Sanierungsfahrplan kommen fünf Prozentpunkte hinzu.
Ein gefördertes Schrägdach muss in der Regel einen U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²·K) erreichen. Ein Energieeffizienz-Experte prüft den geplanten Dachaufbau und begleitet den Antrag. Förderantrag und Vertrag mit Fördervorbehalt müssen vor Beginn der Dacharbeiten geklärt werden.
Planen Sie Ihre Aufdachdämmung auf Grundlage des vorhandenen Dachs
Eine Aufdachdämmung bietet sich besonders an, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt wird. Welche Dämmung sinnvoll ist, hängt vom Dachaufbau, dem gewünschten Wärmeschutz (U-Wert) und den vorhandenen Anschlusshöhen ab.
Bei der Planung spielen Details wie Traufe, Ortgang, Dachfenster, Schornstein und Dachentwässerung eine wichtige Rolle. WaDaG Bedachungen prüft den bestehenden Dachaufbau und plant Aufdachdämmung, Neueindeckung und Bauklempnerarbeiten als abgestimmtes Gesamtkonzept.
Ihre Vorteile mit WaDaG Bedachungen:
- Prüfung von Dachaufbau und vorhandener Dämmung
- gemeinsame Planung von Aufdachdämmung und Neueindeckung
- Abstimmung von Bauklempnerei und Entwässerung
- koordinierter Gerüstbau für die Dacharbeiten
Aufdachdämmung – Häufige Fragen und Antworten
Kann eine vorhandene Zwischensparrendämmung unter der Aufdachdämmung bleiben?
Eine bestehende Zwischensparrendämmung kann häufig in den neuen Dachaufbau einbezogen werden, sofern sie trocken, lückenlos und technisch geeignet ist. Vor der Aufdachdämmung sollten Materialzustand, Feuchtigkeit und Schichtenfolge geprüft werden, damit beide Dämmebenen bauphysikalisch zusammenpassen.
Wie lange dauern die Arbeiten an einer Aufdachdämmung?
Die Dauer richtet sich nach Dachfläche, Dachform, Witterung und Umfang der Anschlussarbeiten. Wird die Aufdachdämmung mit einer geplanten Neueindeckung verbunden, lassen sich Rückbau, Dämmung, Lattung und Eindeckung in einem abgestimmten Bauablauf ausführen.
Kann man während der Aufdachdämmung im Haus wohnen bleiben?
In vielen Fällen bleibt das Haus während der Arbeiten bewohnbar, da der Innenausbau weitgehend erhalten bleibt. Lärm, Gerüst, Materialtransport und das zeitweise geöffnete Dach können den Alltag dennoch beeinflussen, weshalb der Fachbetrieb den Ablauf und den Witterungsschutz vor Beginn erläutern sollte.
Lässt sich eine Aufdachdämmung mit einer Photovoltaikanlage verbinden?
Eine neue Photovoltaikanlage lässt sich direkt nach Dämmung und Neueindeckung auf dem vorbereiteten Dach montieren. Bei einer vorhandenen Anlage müssen Demontage, Zwischenlagerung, Befestigung und erneute Montage früh mit Dachdecker- und Elektrofachbetrieb abgestimmt werden.
Welche Angaben helfen WaDaG bei einer ersten Einschätzung?
Hilfreich sind Baujahr, Dachform, ungefähre Dachfläche, vorhandene Dämmung sowie Informationen zu Dachfenstern, Schornstein und Photovoltaikanlage. Fotos vom Dach, vom Dachboden und von sichtbaren Feuchtespuren erleichtern die Vorbereitung, die abschließende Einordnung erfolgt bei der Vor-Ort-Begehung.
Prüft WaDaG auch Gerüst, Entwässerung und Anschlussarbeiten?
WaDaG betrachtet die Aufdachdämmung gemeinsam mit Neueindeckung, Dachfenstern, Entwässerung und Übergängen an Traufe, Ortgang oder Schornstein. Die Gerüststellung für die Dacharbeiten und erforderliche Metall- und Anschlussarbeiten lassen sich dadurch innerhalb des Dachprojekts koordinieren.